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DURCH DAS STEINERNE MEER RUND UM DEN WATZMANN
Königssee - Funtensee - Ingolstädter Hütte - Wimbachklamm

Höhendifferenz: 2200 Hm,  Länge: 36 km,  Gesamtgehzeit: ca. 2-3 Tage, Beste Zeit: ab Mitte/Ende Juli - Oktober
Charakter: leicht, langer Abstieg

Ausgansort: St. Bartholomä am Königssee          Zielort: Au

Anfahrt:
München - A8 Ausfahrt 115 - Unterjettenberg - Au (ca. 160 km), Parkplatz Au (ca. 2 Euro/Tag)
Mit dem Bus von "Wimbachbrücke (Ramsau)" nach "Königsee Parkplatz"   » DB Fahrplanabfrage
Mit dem Elektroboot nach St. Bartholomä» www.bayerische-seenschifffahrt.de

Unterkunft:
» Kärlingerhaus (1631 m), Tel. +49 8652 2995
   bewirtschaftet: M Mai bis M Okt
» Ingolstädter Haus (2119 m), Tel. +43 6582 8353
   bewirtschaftet: M Jun bis M Okt
weitere Hütten:
» Riemannhaus (2177 m), Tel. +43 664 2110337 (Mobil)
   bewirtschaftet: M Jun bis A Okt
» Wimbachgrieshütte (1327 m), Tel. +49 8657 344
   bewirtschaftet: E Mai bis E Okt

Auf leichten Pfaden umrundet man den Watzmann, genießt phantastische Ausblicke und wandert durch eine eigentümliche Welt aus Fels. Eine tolle, abwechslungsreiche Tour!

Nach der Fahrt über den Königsee, samt 7fachem Trompenten-Echo, beginnt die Wanderung am Bootsanleger St. Bartholomä, wo hinter der hübschen kleinen Kapelle die 2000 m hohe Watzmann-Ostwand emporragt. Da diese nur für fortgeschrittene Kletterer geeignet ist, zweigen wir am Bootssteg hinter dem Kiosk links ab, und verlassen damit sofort den touristischen Rummel. Ein paarhundert Meter führt der Trampelpfad am türkisblauen See entlang, quert als ausgesprengter Steig die Burgstallwand und windet sich in Serpentienen hinauf, vorbei an einem erfrischenden Wasserfall. Im Sommer fließt jetzt bereits der Schweiß, dafür schöne Blicke auf Königssee und Obersee. Kurz entspannt sich der Anstieg, verläuft durch schattenspendenden Wald, bevor es in der Saugasse, einer gut 30 Meter breiten Felsschlucht, in engen Serpentinen wieder ordentlich hoch geht. Dann hat man bereits das Schlimmste hinter sich.

Nach 4-5 Stunden hat man die grüne Mulde mit Funtensee und Kärlingerhaus (1630 m) erreicht. Das Haus ist groß, und dennoch an Sommerwochenenden gut belegt. Die Nächte sind manchmal beengt und unruhig. Doch erstmal genießt man bei einem verdienten Bier von der Terasse aus den Blick hinunter auf den Funtensee, von den Funtenseetauern überragt und saftigen Wiesen umgeben. Manchmal streift Rotwild umher und oft sieht man die wenig scheuen Murmeltiere sich balgen.
In einer Felswand rauscht es wild, es ist die Teufelsmühle. Wasser bahnt sich seinen Weg durch das zerklüftete Karstgestein. Versuche, mit hineingeschütteter Farbe herauszufinden wo das Wasser ans Tageslicht kommt, schlugen bisher fehl.

Wenn sich am Morgen die Nebel mit den ersten Sonnenstrahlen auflösen, sind die verbleibenden Höhenmeter in der morgendlichen Kühle schnell hinter sich gebracht und man befindet sich in einem wogenden Meer aus Stein.
Schön ist es, wenn man sich 3 Tage Zeit nehmen und für den ganzen folgenden Tag in die Felswelt des Steinernen Meeres eintauchen kann. Vom Kerlingerhaus am See entlang auf dem mehr begangenen Weg wandert man zum Riemannhaus. Oder erst kurz Richtung Hundstodgatterl und dann durch das Viehkogeltal (Wirt fragen). Hier ist man völlig unter sich, nur Gemsen gucken dann und wann neugierig von den Felsen herunter, angelockt vom Klappern der Wanderstöcke.

Im Riemann Haus gibt es Speis und Trank, 1000 m tiefer liegt Saalfelden. Weiter durch die Felsenwelt zum Ingolstädter Haus. Die 3 Hütten liegen im Dreieck von je 3 Stunden Gehzeit. Obwohl man sich auf einer Art Plateau befindet, und kaum Höhenmeter zu bewältigen sind, spazieren wir viel länger durch die eigentümliche Landschaft und werden am Ziel von der Stimmung der untergehenden Sonne so in den Bann gezogen, dass wir die Essensausgabe versäumen. Im Westen wachsen die Loferer Steinberge als Silhouette über sich hinaus, auf der anderen Seite hängt bereits der Mond über der Schönfeldspitze. Das Steinerne Meer füllt sich rasch mit Nebel an, und plötzlich eine seltsame Erscheinung: ein Engel mit einem leuchtenden Schein um den Kopf. Unsere Schatten zeichnen sich auf der weißen Nebelmasse ab, Glorie, oder auch Brockengespenst genannt. Nebenan produziert die Watzmannspitze stetig eine Wolkenfahne.
Der Koch hat Erbarmen mit uns und haut nochmal Würschtel in die Kartoffelsuppe. Unser herzlichster Dank!

Es besteht recht einfach die Möglichkeit vom Gipfel des Großen Hundstod die Aussicht zu geniessen. Wir treten aber am nächsten Tag angesichts des langen Abstiegs, diesen lieber direkt an, Richtung Hundstodgatterl.
Wer nur 2 Tage zur Verfügung hat kommt vom Kärlingerhaus den Weg am Rand des steinernen Meer entlang direkt zum Hundstodgatterl. Hier überblickt man das gesamte verkastete Ödland. Auf der anderen Seite erhebt sich imposant der Watzmann auf dessen Gipfel die Wandersleut recht winzig aussehen.

Nun geht es bergab. Und das sehr lang, erst sanft, bis in den August über Altschneefelder, dann recht steil hinunter zur Trischübel-Alm und in die völlig anders geartete Welt des Wimbachgries, eingebettet zwischen Watzmann und Hochkalter. An der Wimbachgrieshütte kann man sich nochmals erfrischen und stärken, bevor die letzen 8 Kilometer bis zum Auto durch das sanft auslaufende Wimbachtal die müden Glieder und Füße plagen. Einen schönen Abschluß bilden die Wasserspiele der Wimbachklamm (Abzweig ausgeschildert, geringe Eintrittsgebühr), kurz bevor man endlich Parkplatz und Auto erreicht.

Die Druchführbarkeit der Tour ist stark von der Witterung abhängig, bzw. der Schneelage. Am 19-21. September 98 lag auf dem Plateau so viel Neuschnee dass wir vom Kerlingerhaus nur das Riemanhaus erreichen konnten, da der Weg gespurt war. Sonst ist es unmöglich die Wege zu finden. Auch unterhalb des Hundstodgatterl hatte sich nach Aussagen anderer Wanderer bereits oberschenkeltiefer Schnee angesammelt. Man kann dann vom Kärlinger Haus nörlich um Schneiber und Gjaidkopf herum zur verfallenen Trischübel Alm und hinunter ins Wimbachgries gelangen.

Wenn alles paßt "dann wird die Tour zu einem wahren Wandervergnügen, zu einem Hochgebirgserlebnis, das unvergessen bleibt." (Toni Hiebeler)





IN DEN ENGADINER DOLOMITEN
Chamonna Lischana - Lais da Rims - Val d'Uina


Höhendifferenz: 1800 Hm,  Länge: 23 km,  Gesamtgehzeit: ca. 1 ½ Tage, Beste Zeit: Juli - Oktober
Charakter: leicht, langer Abstieg aber eine wunderschöne Tour!

Ausgansort: Scuol (CH, Unterengadin)          Zielort: Sur En
Chamonna Lischana
Anfahrt:
München - Garmisch-Patenkirchen - Fernpass - Landeck - Martina (CH) - Sur En (ca. 220 km)
Parkplatz am Beginn der Forststraße ins Val Uina
Mit dem Postbus (stündlich, ca. 6 SFR) nach Scuol; Fahrplanabfrage: » www.sbb.ch
Über die Fußgängerbrücke über den Inn, Tennisplätze und Campingplatz rechts liegenlassend kommt man zur Straße nach San Jon, ab hier Chamonna Lischana ausgeschildert.

Unterkunft:
»Chamonna Lischana (2500m) Tel. +41 81 86495 44,
geöffnet Juli -> September, 42 Plätze
Die Hütte wurde erweitert seit wir dort waren, und hat jetzt wohl moderne Sanitärräume.
Die Schweizer Hütten bieten immer eine Halbpension an. Sie beinhaltet ein üppiges Abendessen (Suppe/Salat/Hauptspeise/Nachspeise) sowie Frühstück (Brot / Marmelade / Nutella/Honig / Kaffe / Tee / Ovomaltine / Kuchen) und 1 L Marschtee. Man sollte dies im voraus anmelden, gekocht wird nach Anzahl der Gäste. Der Preis ist stattlich, aber man bekommt mehr, als sonst in AV-Hütten üblich. Das Essen ist reichlich, jeder nimmt wie er mag, und schmecken tut's wie daheim! Und, sogar auf Vegetarier wird Rücksicht genommen! Auch ist es natürlich möglich seine Verpflegung selbst mitzubringen.
Chamonna Lischana
Informationen über das Unterengadin unter » www.scuol.ch

Schon vom Tal aus kann an die Chamonna Lischana in der Mulde zwischen Piz Lischana und Dadora ausmachen. Der Aufstieg von 1350 Hm erfolgt denn zügig und direkt, aber auf geschickt gelegtem Wege, in ca 4 h. Die Sonne allerdings kann schon dafür sorgen, daß der Schweiß in Strömen rinnt. Ein kühler Bach bietet willkommene Erfrischung. Spätestens die schöne Aussicht ins Tal hinunter und bis hinüber ins Silvretta fordert eine Rast heraus. Bei der man außerdem auch Murmeltiere beobachten kann.
Von der kleinen Chamonna Lischana sind wir in jeder Hinsicht begeistert, Lage, Aussicht, die Gastfreundlichkeit und Kochkünste der Hüttenwirte ... Da macht es gar nichts, dass das Badezimmer ein offener Brunnen, gespeist mit Glescherwasser, ist. Und ein nobleres Plumpsklo haben wir bisher auch noch nie gesehen. (Nachtrag: inzwischen ist die Hütte erweitert und renoviert worden.)

Auch für den 2. Tag ist lediglich Ausdauer gefragt. Man sollte spätestens gegen 8 Uhr aufbrechen. Dafür wird man, gutes Wetter einmal vorausgesetzt, mit einer abwechslungsreichen Wanderung, grandioser Aussicht rundherum (Silvretta, Piz Bernina, Ortler, und und und ...) schon nach einem kurzen Aufstieg von gerade mal 500 m belohnt. Es geht durch Schutt und Schrofen hinauf. Man kann sich auch überlegen noch einen Abstecher auf den Gipfel des Piz Lischana zu unternehmen. Zumindest sollte man die Richtung einschlagen um noch ein wenig höher zu gelangen, zwecks der Aussicht.
Dann beginnt der gemächliche aber lange Abstieg über das Plateau der smaragdgrünen Seen Lais da Rims, über die satten Almböden der Alp Sursass. Il Quar, ein galerieähnlich in den Fels gesprengter Steig (problemlos zu begehen) ermöglicht den Einsieg ins Val d'Uina das einen langsam aber sicher nach Sur En führt. Wo hoffentlich schon das Auto auf die brennenden Füße wartet und einen umgehend zur Therme Scuol bringt.

Denn wer sich und seinen geschundenen Füßen nach der Tour etwas Gutes tun möchte, kann seine müden Knochen im Warmen Becken der » Therme Engadin Bad Scuol treiben lassen, mit Blick auf den Piz Lischana.

Diese herrliche Hochtour allein rechtfertigt die Anreise, zumal das Unterengadin noch eine Fülle weiterer Leckerli bereithält. Ein wunderschönes Tal, das sonnigste der Alpen, urige Bergdörfer und zahlreiche Wanderungen, nicht zuletzt im Schweizer Nationalpark, wo leicht Gemsen, Rotwild, Steinböcke, und vielleicht sogar ein Steinadler oder Bartgeier zu beobachten sind.





IM NORDWEST-STUBAI  Gneis, Glimmer und Gletscher - oder - Unter Schafen
Praxmar - Pforzheimer-Hütte - Guben-Schweinfurter-Hütte - Kühtai


Höhendifferenz: 2700 Hm Auf- 2400 Hm Abstieg,  Länge: 20,5 km,
Gesamtgehzeit: ca. 3 Halbtagesetappen, Charakter: leicht

Ausgansort: Praxmar (AUT, 1689 m)          Zielort: Kühtai

Anfahrt:
München - Garmisch-Patenkirchen - Mittenwald - Zirl (AUT) -
Gries im Sellrain - Praxmar (ca. 160 km)
Wenn ich mich nicht irre, war der Parkplatz beim Alpengasthof (Parkscheinautomat).
Chamonna Lischana

Unterkunft:
» Neue Pforzheimer Hütte (2308 m) Tel. +43 5236521
» Guben-Schweinfurter Hütte (2034 m), Tel. +43 52555702
weitere Hütten:
» Winnebachseehütte (2362 m), Tel. +43 52 53 51 97
» Westfalenhaus (2276 m), Tel. +43 52 36 2 67
» Dortmunder Hütte (1948 m, Kühtai), Tel. +43 52 39 52 02

Die Tour war eigentlich als Vier-Tage-Rundtour geplant:
Praxmar - Pforzheimer Hütte - Guben-Schweinfurter-Hütte - Winnebachseehütte (über Zwieselbachjoch) - Praxmar (über Winnebachjoch und Westfahlenhaus).
Wegen eines drohenden Schlechtwetter-/Kälteeinbruchs mussten wir über das Kühtai abkürzen. Der Übergang war auch recht schön.
Satteljoch

Für uns, die sonst doch eher in den heimischen Kalkalpen unterwegs sind, war das Nordwest-Stubai mit seinen kristallinen Gesteinen (Gneise und Schiefer), die der Landschaft ein dunkleres, düstereres Anlitz verleihen, eine Abwechslung. Das und die Gletscher in den Hochkaren ergeben ein sehr alpines Bild. Auch außergewöhnlich ruhig ging es zu, da wir unter der Woche unterwegs waren. Mehr Schafen als Menschen sind wir begegnet.
Das Nordwest-Stubai mag vielleicht auch nicht ganz so bekannt sein. Dabei gibt es zahlreiche (gut ausgestattete) Hütten und Verbindungswege verschiedener Schwierigkeitsgrade, für einfache und anspruchsvollere mehrtägige Rundtouren durch stille Hochtäler und über breite Scharten .

Für uns ebenfalls ungewöhnlich war, nicht durch ein Tal hinauf aufzusteigen, sondern von einem Tal ins nächste über die Jöchl und Scharten zu wandern. Zackig rauf, zackig runter. Nach der Anreise ins Sellrain kommt die Kürze der 1. Etappe ganz gelegen. Die auf den Schildern angegebenen Gehzeiten (Praxmar - Pforzheimer Hütte 4 1/2 h, Pforzheimer Hütte - Guben-Schweinfurter-Hütte 3 h, Guben-Schweinfurter-Hütte - Kühtai 4-5 h) trafen hier ausnahmsweise auch für uns von der langsamen Sorte zu. Der Übergang ins Zwieselbachtal ergibt keine befriedigende Tagestour, ein Zusammenlegen mit der Folgeetappe erschien uns bei der Planung ein wenig viel, da wir normalerweise die angegebenen Gehzeiten meist maßlos überziehen. Aber gegen genußvolles Sonnenbaden und Herumstreifen um das in der Talbiegung liegende Haus, oder Schmöckern in der Hüttenbibliothek spricht eh nix.

Weil ein Kälteeinbruch für den nächsten Tag erwartet wird, wandern wir am 3. Tag nach Kühtai. Der Aufstieg am Morgen zur Finstertalerscharte, über grüne Böden und vorbei an zwei kleinen Senn, gefällt uns sehr. Es ist noch sehr kühl am Anfang, aber das Licht ist wunderbar als die Sonne beginnt den Hang zu streicheln. Zum ersten mal eröffnen sich Blicke die über ein Tal hinausgehen. Von der Scharte reicht die Sicht im Norden bis zu den Kalkalpen des Wetterstein/Karwendel, auf der anderen Seite ins Ötztal. Ein Schäfer bringt seine Schützlinge über die Scharte in niedere Gefilde. Ab der Dammkrone des Speichersees dann die Ernüchterung beim Anblick der Zufahrtsstraße und dem hochgezogenen Ski Ort Kühtai.

Die öffentlichen Verbindungen in der Gegend sind dürftig. Es ist nicht möglich heute nachmittag noch nach Praxmar zu gelangen. Per Anhalter kamen wir jedoch überraschend schnell ans Ziel.







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