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LOFOTEN     MIT DEM RAD                                              Die Route 08. - 29. JUNI 2004      


Karte Lofoten Karte Norwegen   

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    Kurzer Überblick:
° Im Direktflug geht es mit Hamburg International in 3 Stunden von München nach Bodø.
Vom Flughafen sind es nur 3 km bis zum Hurtigruten-Kai.
° Um 15 Uhr schippern wir mit der Richard With zu den Lofoten hinüber, an diesen entlang und durch den Raftsund hinauf zur Vesterålen-Insel Hadseløya. Insgesamt eine Fahrt von 10 Stunden mit schönen Ausblicken.
In Stokmarknes ist der Campingplatz etwa 1,5 Km vom Anleger der Hurtigrute entfernt (auf der Straße links halten, ist dann ausgeschildert, 80 NOK für das Zelt mit 2 Pers.).
° Von Stokmarknes umrunden wir Hadseløya westwärts nach Melbu. Eine schöne Strecke für den ersten Tag, kurz und gemütlich, mit schönen Blicken zu den Vesterålen und später den Lofoten.
In Melbu kein Campinplatz und auch die Jugendherberge existierte offenbar bereits nicht mehr. Wir kamen bei Skogen Bo-Enhet Appartments (im ICA SparMat), Tel. 76 15 78 66 unter. Zimmer für 300 NOK in einem Supermarkt, oder vielmehr unter einem Supermarkt. Nicht supergemütlich, nicht super sauber, Toillette im Zimmer, Dusche auf dem Gang.
° Von Melbu führt nur der Weg auf die Fähre hinüber auf die Lofoten.
Den Lofotenhighway E10 verlassen wir schnell wieder. Auf den bereits fertiggestellten Kilometern der zukünftigen Anbindung (ca 2015) an das Festland kann man zum Raftsund hinüberradeln. Sehr schöne Blicke über den Hadselforden. Eine skandinavische Idylle.
Die 3 Tunnel (3340 m!, 500 m und 2000 m lang) waren zu dem Zeitpunkt kaum befahren, da die Lofast, die Straßenanbindung an das Festland noch nicht fertig war, und somit überhaupt kein Problem. Eine kleine Straße (teilw. nicht asphaltiert) führt auf Hinnøya am Raftsund entlang nach Süden, bis Digermulen und Holand. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön und wenig befahren. Sehr für Fahrradfahrer zu empfehlen!
Bei Raften (auf halber Höhe am Sund) ein sehr hübscher Zeltplatz (60 NOK für das Zelt u. 2 Pers.).
° Am kleinen Anleger in Holandshamn (Abzweig kurz vor Holand) hält auf telefonische Anfrage (siehe Infoteil) das Schnellboot von Narvik nach Svolvær.
° Svolvær verteilt sich auf einigen Inselchen, ist quasi die "Lofotenhauptstadt" mit 3 großen Supermärkten und einer (kleinen) Shoppingmall. Kann aber auch mit alten pittoresken Holzhäusern aufwarten. Im Buchladen erhält man neben Büchern zu den Lofoten auch gut sortiertes Kartenmaterial.
° Südlich von Svolvær 2 gut besuchte Campingplätze mit Rorbuvermietung kurz hinter Kabelvåg (50 NOK für das Zelt mit 2 Pers., Dusche 10 NOK mit Zeitlimit). Von den Felsen am Platzende des Sandvika Platzes am Abend schöner Blick über den Vestfjorden hinüber zu den Festlandbergen. Mehrere lohnenswerte Museen ebenfalls in der Nähe. Hier ist die E10 zwischen den Ortschaften stark befahren, doch ein separater Fahrradweg entspannt die Situation.
° Henningsvær, den Fischerort auf mehreren Inseln verteilt, mit dem fotogenen Hafen, sollte man nicht versäumen. Keine Campingmöglichkeit. Wir kamen im Fiskekrogen unter. 2-Bett-Zimmer im Sjóhus 425 NOK. Spüle und Kühlschrank im Zimmer, Toillette und Dusche auf Gang, Zugang zu Wohnküche und Wohnzimmer. Alles sehr gepflegt, haben 2 Nieseltage hier gemütlich verbracht, und uns sogar einen Besuch des angeschlossenen und erstklassigen Restaurants gegönnt.
° Gimsøya mit kleinen, kaum befahrenen Straßen, teils ungeteert, wieder besonders zum Umradeln geeignet. Völlig untypisch für die Lofoten ist ein Großteil der Insel flaches Moorland.
Im Norden bei Hov ein Campingplatz bei einem Strand mit Chance auf Mitternachtssonne. Eine schöne Ecke!
Hov Feriegård:50 NOK für Zelt mit 2 Pers., Camperküche, Dusche 10 NOK für 5 Min. Zimmer im Sjóhus hätte 300 NOK pro Person gekostet, nett aber entschieden zu teuer.
° Entlang dem Süden Vestvågøys läßt es sich ebenfalls schön und in Ruhe radeln.
Bei Strandslett im Rolfsfjorden ein großer Campingplatz mit Rorbu-Vermietung. Schaut recht nett aus, aber es ist noch zu früh am Tag für uns. Storfjord Camping haben wir angeschaut, aber kaum Platz für Zelte, viele Hütten verschiedenster Größe.
Die Jugendherberge von Stamsund (Justad Rorbuer, Tel. 7608 9334)hat internationalen Ruf erlangt und kann bereits jetzt in der Vorsaison nicht alle Reisenden aufnehmen. Bekommen gerade noch 2 Plätze im Schlafsaal (leider Preis nicht notiert), die 2er-Zimmer und Rorbu sind ausgebucht. Der Herbergsvater Roar wie auch die Herberge selbst urig und knuffig.
Eigentlich wollten wir für einen Tag ein Auto mieten um den relativ großen zugänglichen Norden der Insel zu erkundschaften. Haben das wegen des Wetters fallen lassen, ist aber sicher empfehlenswert. Möglichkeit der Automiete in Stamsund und Leknes.
° Entgegen der Information in einer käuflich erhältlichen Faltkarte von den Lofoten gibt es in Ballstad keinen Campingplatz.
Treffen Dorien und Hugo und wollen zu viert ein Rorbu mieten. Bei Kræmmervika Rorbuer sollte eines für 620 NOK frei sein. Zufällig sehen wir auf dem Weg dorthin ein kleines Büro. Ein Deutscher will in Zukunft Anglerreisen anbieten und hat im Ort rund 80 Betten angemietet. Eigentlich ist noch nicht eröffnet, aber wir bekommen ein Haus am Wasser für 450 NOK vermietet. Die Einrichtung ist pragmatisch aber alles da was man benötigt. Eine original Fischerunterkunft der heutigen Zeit.
In der Touristeninfo Leknes hatten wir erfahren dass die Radlerfähre nach Nusfjord nur auf Anfrage (Kræmmervika Rorbuer, Tel. 76060920) und erst ab 4 Personen (kamen nicht zusammen), ausserdem mit 200 NOK pP recht teuer.
° Den Nappstraum-Tunnel wollten wir wegen des Verkehrsaufkommen nicht durchradeln. Können unkompliziert von Leknes bis zum Abzweig nach Nusfjord den Bus nehmen. Ein Abstecher nach Nusfjord schadet nicht.
Trotz teils strömenden Regens hat uns die anschließende Fahrt nach über Flakstad und Ramberg nach Fredvang landschaftlich besonders gut gefallen.
° Auf dem Campinglatz bei Fredvang verweilten wir gleich 3 Nächte. Bei Sonnenschein konnten wir unseren Hintern mal richtig Pause gönnen, am langen Sandstrand bummeln, zur Kvalvika Bucht an der Inselaußenseite wandern und im Licht der Mitternachtssonne die ausnehmend schöne Küstenlandschaft rundherum einsaugen.
Preis nicht notiert, aber im normalen Rahmen, Dusche 10 NOK, Herdplatte 10 NOK, Waschmaschine und Wäschewaschbecken vorhanden.
° Für den weiteren Weg nach Süden bleibt nun weiterhin nur noch der Lofotenhighway E10. Jedenfalls jetzt im Juni, der sicherlich noch die Vorsaison darstellt, war das Verkehrsaufkommen jedenfalls noch nicht so hoch als dass es beim Radeln störend gewesen wäre.
Die Berge türmen sich nun steil vom Meer gen Himmel. Jetzt erst fügen sich die Inseln beim Blick nach Norden zu einer Bergkette zusammen. Die berühmte "Lofotwand".       Hamnøy, Sakrisøy und Reine - Bilderbuch-Lofoten.
° Sehenswert ist das Trockenfisch Museum in Å. Hier erfährt man alles um die mumifizierten Fischleiber denen dieser charakteristische Geruch entströmt. Gegen Ende Juni scheint offenbar die Zeit gekommen die letzten Bestände von den Gestellen zu holen.
Der ganze Ort ist eigentlich ein Museum da sich das Fischereimuseum aus zahlreichen Gebäuden des Ortes zusammensetzt.
Der Campingplatz ist toll gelegen (90 NOK für das Zelt mit 2 Pers., Duschen 10 NOK, Küche). Den Blick am späten Abend übers Meer, auf die Festlandberge, die Inseln Mosken und Værøy, unser nächstes Ziel, vergisst man nicht so schnell.
° Auch die Stippvisite auf Værøy war sehr lohnenswert und stand unter dieser wunderbaren klaren Sommersonne des Nordens. Die Insel ist recht klein aber auch hier spielt sich das Leben auf dem schmalen Landstreifen zwischen Meer und Berg ab. Die Jugendherberge war voll belegt, man sollte auch hier rechtzeitig reservieren. Durch Zufall bekamen wir Quartier in einer privaten Unterkunft zu Jugendherbergspreis: 125 NOK pP.
Sehr gut hat uns die Wanderung zu dem verlassenen Ort Måstad gefallen!
° Røst ist ... Røst.
Der letzte Außenposten der Lofoten, weit draußen im Nordmeer. Unzählige Inseln, scheinbar willkürlich ins Meer geworfen. Røstlandet, ein 20 qkm großer "Kuhfladen", wartet mit einer überraschend großen Einwohnerschaft von gut 600 Menschen auf.
Der Campingplatz nicht mehr als ein Stück wilde Wiese bei einem Sjóhus. Da hier gerade das Lunde-Festival gefeiert wird (mit starkem Lärm verbunden) stellen wir auf Rat der Touristeninfo das Zelt im Norden der Insel nahe dem Friedhof auf.
Wer hier Halt macht sollte die Bootstour zu den Vogelinseln und dem Leuchtturm Skomvær fyr dem Ende zumindest der Lofotenwelt mitmachen.
° Unter bleigrauem Himmel drohte Inselkoller. Auf dem "Umweg" über Værøy und Moskenes fahren wir über Nacht hinüber zum Festland. (Preislich ist es gleich, ob so oder direkt nach Bodø.)
Verabschieden uns langsam von den Lofoten, im goldenen Licht der Mitternachtssonne. Ein wunderschöner Abschied.
° Glücklicherweise finden wir morgens um 3 schnell den 4 km vom Anleger entfernten Campingplatz.
Hier zahlen wir 130 für uns und das Zelt, dafür war die kurze erste Nacht umsonst und Dusche frei. Liegt relativ im Grünen, nachts ruhig, aber da nahe dem Flughafen tagsüber Fluglärm, um halb neun am morgen starten die Kampfjets.
Bodø ist nett, aber keine wirklich spannende Stadt und schnell erkundet. Kratzen die letzten Kronen und Krönchen zusammen und nehmen den Bus zum 33 km entfernten Saltstraumen. Von der gleichnahmigen Brücke kann man zum Gezeitenwechsel die türkisfarbenen kunstvollen Strudel bewundern wenn sich das Wasser durch die Enge presst. Wir stellen fest, dass uns hier das Fahrradfahren keinen Spaß machen würde. Zu viel Verkehr.
° Fazit:
Obwohl die meisten Reisenden für die Lofoten vermutlich kaum mehr als 3 Tage einplanen, sind 3 Wochen für Radfahrer mit nicht allzu starkem Vorwärtsdrang, die hier und da Verweilen möchten weil das Wetter so schön oder so schlecht ist, oder zwischendrin auch mal Wandern wollen nicht zu viel bemessen. Und sind andererseits Zeit genug die Lofoten voller Breite zu "erfahren".

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